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LAND UND LEUTE UND ALLERHAND GETIER

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An dieser Stelle gibt es einige Ausz√ľge aus dem ersten Band des Nordthailand Reporters: mit am√ľsanten Stories nebst Bildern k√∂nnen sich Interessierte dem Land des L√§chelns ann√§hern.
Wer Mehr will, der schaue ins Inhaltsverzeichnis (scrollen) und gehe dann zum k(kultur)shop auf der linken clic - Leiste. Mit wenigen Klicks kann dort Jeder jedes ebook erstehen.
Bisher sind Band 1 bis 4 erschienen, und Band 5 (Arbeitstitel: ELEFANTENLAND) nimmt bereits Gestalt an. Auch an anderen B√§nden wird flei√üig gearbeitet; einige aktuelle Ausz√ľge stelle ich schon mal in den blog.
Auf Nachfrage kann ich alle Artikel vertiefen (siehe Angebot Nr. 3 im k shop); vielfältiges Hintergrundwissen ist vorhanden und auch weiter vor Ort recherchierbar.
Wie exotisch das Land auch heute noch anmuten kann, zeigen unter anderem die Bilder vom FLOWER FESTIVAL aus Chiang Mai, das jeweils Anfang Februar stattfindet. Wirklich erstaunlich und einmalig sind die geschm√ľckten Umzugswagen: das ist kein Pappmachee, sondern die Dekoration setzt sich jeweils aus Tausenden von einzelnen Bl√ľten und Pflanzen zusammen! Das sind wahre Meisterwerke f√ľr den Augenblick, geschaffen aus der F√ľlle der Natur, und das im Februar, wenn bei uns noch nicht einmal Knospen zu sehen sind.
Ein weiteres winterliches Event zum Valentinstag Mitte Februar gibt es in der Kleinstadt SaMoeng, in den Bergen. Dort ist ein Hauptanbaugebiet von Erdbeeren. Diese f√ľr Thais exotische Frucht ist teuer und hei√übegehrt, so da√ü es nicht verwunderlich ist, daf√ľr ein eigenes Fest zu schaffen. Auch hier wieder Umzugswagen, kunstvoll mit Erdbeergebinden ausstaffiert und die K√ľr einer Erdbeerk√∂nigin. Nach dem Umzug d√ľrfen gro√üe und kleine Kinder die erdbeergeschm√ľckten Wagen pl√ľndern - eine Delikatesse zum Nulltarif.
Wer von bl√ľhenden Landschaften nicht nur tr√§umen, sondern sie tats√§chlich erleben will, der begebe sich ins paradiesische Nordthailand.

Erstellt: 2016-01-31 00:00:00


DIE FARBE VIOLETT

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Zus√§tzlich zu den K√∂nigsfarben Gelb f√ľr den K√∂nig und Blau f√ľr die K√∂nigin sind h√§ufiger Beflaggungen in Violett zu sehen. Oft auch riesige Abbildungen von Her Royal Highness (HRH) Prinzessin Sirindhorn; violett ist ihre Farbe. Ihr zu Ehren, ab ihrem Geburtstag am zweiten April, sind viele Thais zu sehen, die violettfarbene T- oder Polo Shirts tragen. HRH Princess Sirindhorn steht zwar formal an zweiter Stelle in der Thronfolge, doch sie ist in den Medien und, siehe oben, in der √Ėffentlichkeit oft pr√§sent.
Sie ist es, die in dieser Hinsicht in die Fußstapfen ihres Vaters tritt. Vom König sagt man, er hätte in seiner Regentschaft bis ins hohe Alter mehr Zeit direkt mit den Menschen verbracht als in seinen Palästen. Selbst schon im Rollstuhl sitzend, hatte der König noch landwirtschaftliche Projekte besucht.
Auch die Prinzessin ist unentwegt unterwegs, sei es zu Eröffnungen wichtiger Institutionen, zu Jubiläen, zu Eröffnungen von Messen, zu Besuchen der mehr als tausend Royal Projects, von Hospitälern, Schulungseinrichtungen und anderem mehr. Bei einem ihrer Besuche hätte ich sie fast fotografieren können, wenn nicht ein Polizist mir das in letzter Minute untersagt hätte. So habe ich nur Fotos aus ihrem Umfeld: von hohen Militärs in Gardeuniform, einen Schnappschuß von einer ihrer Hofdamen und vom Sonnenschirmträger in historischem Outfit sowie die in Reih und Glied angetretenen, uniformierten Mädels der visitierten Bildungsinstitution.
Jeder kann sich ausmalen, daß diese Reisen Ihrer Hoheit nicht nur Freude bereiten, sondern auch äußerst anstrengend sind. Mit ihren nunmehr sechzig Jahren sind diese vielfältigen Aktivitäten schon beachtlich.
√úberhaupt scheint die K√∂nigsfamilie recht vital zu sein. Der K√∂nig geht auf die neunzig Lebensjahre zu, die K√∂nigin ist auch schon √ľber achtzig Jahre alt, und die K√∂nigsmutter hatte noch mit sechzig Jahren den h√∂chsten Berg Thailands, den Doi Inthanon, erklommen.
Immer wieder fragte ich Thais nach ihrer Meinung, wer denn einmal die K√∂nigsnachfolge antreten wird. Ich habe gelernt, da√ü ich nur ausweichende Antworten bekomme, keine klaren Statements. √úber die K√∂nigsfamilie zu reden, gleicht einem Tabu. Reisef√ľhrer werden nicht m√ľde darauf hinzuweisen, da√ü der Tourist sich √§u√üerst zur√ľckhalten sollte bei entsprechenden √Ąu√üerungen. M√ľnzen und Geldscheine mit Abbild des K√∂nigs seien sorgf√§ltigst zu behandeln; auf Majest√§tsbeleidigung folgt unmittelbar eine Gef√§ngnisstrafe. Vor Jahren ging durch die Presse, wonach ein Westener ein Abbild des K√∂nigs bemalt h√§tte. Daraufhin durfte er tats√§chlich ein Gef√§ngnis von innen besichtigen. Er kam dann allerdings frei aufgrund der Begnadigung durch den K√∂nig.
Nat√ľrlich gibt es hinter den Kulissen √úberlegungen √ľber die Zukunft des K√∂nigreiches. Die Verfassung wurde bereits dahingehend ge√§ndert, da√ü auch ein weiblicher Nachfolger dem K√∂nig auf den Thron folgen k√∂nne. Im Jahre 1972 erhob der K√∂nig seine Tochter Prinzessin Sirindhorn in den gleichen Rang wie ihren Bruder, den offiziellen Thronfolger. Es drangen immer wieder Ideen durch, da√ü sich der jetzige Prinz mehr um das Repr√§sentative k√ľmmern m√∂ge, und die Prinzessin eine aktivere Rolle in der Gesellschaft einnehmen k√∂nnte.
Warum ist es so wichtig, sich mit diesen royalen Fragen zu besch√§ftigen ? Die Monarchie ist neben dem Buddhismus eine entscheidende Klammer f√ľr die ethnisch nicht homogene Nation. Das K√∂nigshaus in dieser Funktion zu schw√§chen, k√∂nnte unabsehbare Folgen f√ľr das Land haben.
F√ľr uns, die wir seit Generationen keine K√∂nige und keinen Kaiser mehr haben, mag das Ganze nicht so einfach nachvollziehbar zu sein. Wer Thailand l√§ngere Zeit kennt, wird um die integrierende Funktion des K√∂nigs, seine Bedeutung als Besch√ľtzer des Buddhismus und die f√ľrs Land wichtigen, vielz√§hligen Entwicklungsprojekte der Monarchie wissen.

Nachtrag I:
der so beliebte und verehrte König Bhumibol ist am 13.10.2016 im Alter von 88 Jahren gestorben. Er wird nicht nur als RAMA IX. der Große in die Geschichte eingehen, sondern auch als Vater der Nation und als König der Entwicklungshilfe.
Eine einj√§hrige Trauerzeit wurde angesetzt, und f√ľr einen Monat d√ľrfen keine √∂ffentlichen Vergn√ľgungen stattfinden. Der Kronprinz lie√ü verlauten, er werde die Nachfolge erst nach Beendigung des Trauerjahres antreten. Die formalen Gesch√§fte des K√∂nigs erledigt so lange verfassungsgem√§√ü der Vorsitzende des Kronrates.
Nachtrag II:
Entgegen seiner Ank√ľndigung, erst nach dem Trauerjahr die K√∂nigsnachfolge anzutreten, ist der Kronprinz kurz nach dem ersten Trauermonat formal als RAMA X. gekr√∂nt worden. Allerdings geschah das ohne aufwendige Zeremonie. Die Trauerabbildungen auf riesigen Plakaten f√ľr RAMA IX. und die Kondolenztische in Banken und Malls sind auch im Februar 2017 noch allgegenw√§rtig. Nach und nach sieht man allerdings nun auch Gro√üabbildungen des neuen K√∂nigs.

Erstellt: 2015-01-01 22:46:00


GELBE FLAGGEN, K√ĖNIGINNENBLAU

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Neben den reichlich im Stra√üenbild anzutreffenden Flaggen mit den Nationalfarben Rot (steht f√ľr die Nation), Wei√ü (f√ľr die Religion) und Blau (f√ľr die Monarchie) fallen die vielen Fahnen mit gelber Farbe auf, oft auch in Kombination mit den Nationalflaggen zu sehen. Wer n√§her hinschaut, der erkennt ein Wappen auf den gelben Fahnen.
Es handelt sich um die Fahne des sehr verehrten Königs, der im Dezember 2015 seinen 88. Geburtstag feiern durfte. Auf diesen Flaggen ist eine Krone, darunter sind seine Initialen zu erkennen. Der Monarch ist der neunte Herrscher in der Dynastie. Er kam als junger Mann, in den USA geboren und in Europa aufgewachsen, nach dem mysteriösen Tod seines älteren Bruders als RAMA IX. auf den Thron. Weissagungen zufolge soll die Dynastie mit dem neunten Herrscher enden. Zwar hat der König neben drei Töchtern auch einen Sohn, doch die Unsicherheiten sind groß: was passiert nach dem Tod des alten Königs? Sicherlich wird der Nachfolger es schwer haben, an die Beliebtheit des Monarchen heranzureichen.
Das Gesetz wurde vor einiger Zeit geändert: nunmehr kann auch ein weibliches Mitglied der Königsfamilie Thronfolger werden. Die beliebte Prinzessin Her Royal Highness Princess (HRH) Maha Chakri Sirindhorn hat den gleichhohen Rang wie ihr älterer Bruder, der offizielle Thronnachfolger. Sie hat als Farbe violett. Diese Farbe war im Januar 2015 in ChiangMai des öfteren in öffentlichen Bereichen zu sehen: sie besuchte mit ihrem Hofstaat wichtige Institutionen und hat eine internationale Textilmesse auf einem Universitätsgelände eröffnet. Das haben sich mein Neffe Oliver, Textilfachmann, und ich mir nicht entgehen lassen. Allerdings kamen wir nicht in die Nähe Ihrer Königlichen Hoheit, da sie verständlicherweise gut abgeschirmt war.
Die Farbe violett sollte man sich merken f√ľr die Zukunft.
Nicht zu verwechseln mit der K√∂nigsflagge sind die vielen gelben Fahnen in den WAT¬īs ( Tempeln ). Diese tragen kein K√∂nigsemblem, sondern auf ihnen ist das Rad des Buddhismus zu erkennen. Das Rad mit den acht Speichen steht symbolisch f√ľr das Beschreiten des achtfachen Pfades, um zur Erleuchtung gelangen zu k√∂nnen. Mehr dazu im Band 8 des NORDTHAILAND REPORTERs √ľber den Buddhismus.
Die Königin hat die Symbolfarbe blau, also hat sie auch eine blaue Flagge, ebenfalls mit Krone und ihren Initialen.
Wer mehr √ľber die durchaus spannende j√ľngere Geschichte des Landes und der erst seit 1932 nach einem Milit√§rputsch eingesetzten konstitutionellen Monarchie wissen will ( die vorherigen K√∂nige waren absolute Herrscher ), dem seien folgende Dokumentarfilme nahegelegt: Thailands K√∂nig, www.dokus4.me und: Das K√∂nigshaus von Thailand, arte info, gesendet am 07.05.2014, www.arte.tv
Dort wird auch auf eine Verbindung nach Deutschland hingewiesen: der Vater des jetzigen Königs ( er selbst war nicht König ) ist vor dem ersten Weltkrieg unter anderem an der Militärakademie in Potsdam ausgebildet worden.
Eine prima Link-Sammlung √ľber die K√∂nigsfamilie ist zu finden unter www.thai-ticker.com

Erstellt: 2015-01-01 22:20:30
Link-, Medien- und Literaturverweise:
www.dokus4.me, www.arte.tv, www.thai-ticker.com


KINGS PROJECTS

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Es gibt im Norden eine ganze Reihe von landwirtschaftlichen Projekten, von der Königsfamilie, den US Amerikanern und auch von der UNO angeschoben und finanziert. Einige dieser Projekte sind sehr erfolgreich und bestehen seit Jahrzehnten. Ein gutes Beispiel ist die "First Royal Factory at Fang", hoch im Norden gelegen (www.firstroyalfactory.org).
In den 1960iger und 1970iger Jahren gab es wenig organisierte Landwirtschaft in den nördlichen Bergen. Seinerzeitige mangelnde Integration der eingewanderten Bergvölker (Hill Tribes), Anbau von Mohn zur Opiumproduktion, von knapp der Hälfte der Bergvölker als Einnahmequelle betrieben, eine schlechte Infrastruktur und auch kommunistische Gruppierungen mit Überfällen machten das Leben unsicher.
Als Alternative f√ľr die Bev√∂lkerung wurden Anbaum√∂glichkeiten von Fr√ľchten und Obstplantagen statt Opiumproduktion geschaffen. F√ľr neue Arbeitspl√§tze und Weiterverarbeitung vor Ort wurde eine Konserven-Fabrik er√∂ffnet, die -inzwischen auch moderner- Tiefk√ľhlprodukte, Trockenfr√ľchte, Saucen ("sweet and sour Apricot Sauce"), Gelees, Marmeladen sowie Trinkwasser anbietet. Dieser Betrieb und andere Projekte waren angesichts der unruhigen Zeiten - etliche L√§nder in Thailands Nachbarschaft waren kommunistisch regiert - ein erheblicher Schritt zur Stabilisierung nicht nur der wirtschaftlichen Lage der Bev√∂lkerung im seinerzeit unzug√§nglichen Norden. Auch zur infrastrukturellen Entwicklung und politischen Befriedung der Region nahe der langen Grenze zu Myanmar/Birma und Laos dienten die Entwicklungsprojekte.
Nun gibt es im Norden keinerlei Unruhen mehr, selbst vor und nach dem Milit√§rputsch von 2014 nicht.(Der Putsch wurde im Nachhinein vom K√∂nig abgesegnet, wie bereits alle Milit√§rherrschaften zuvor). Die Menschen haben genug zu Essen, jede der Gro√üfamilien auf dem Lande hat quasi ihr eigenes, wenn auch nicht sehr luxuri√∂ses Haus mit Garten. Bescheidener Wohlstand breitet sich aus, gemessen an der Unmenge an neueren SUVs und riesigen Pickups als Statussymbol. Die Region um die Stadt Fang ist zwar abgelegen, nur durch eine zum Teil recht kurvenreiche und einspurige Stra√üe durch die Berge von ChiangMai aus erreichbar (circa vier Stunden Fahrzeit f√ľr 200 Km), aber nunmehr seit Jahren fest ins thail√§ndische Staatsgebiet integriert.
Illegale Opiumproduktion ist weitgehend Geschichte; St√§dte und D√∂rfer sind hier nun gut per Stra√üen, nicht nur mit Hubschrauber, erreichbar. Und selbst auf dem Lande sowie in den h√ľgeligen Regionen ist WiFi sowie 3G inzwischen Standard. Ein Gro√üteil der Jugend wandert, wie so bekannt, in die gr√∂√üeren St√§dte ab. Es bleiben aber gen√ľgend Menschen hier, um eine vielf√§ltige Forst- und Landwirtschaft zu betreiben, Obst- Gem√ľse- und Reis- verarbeitende Betriebe inbegriffen.
Etliche Universit√§ten haben in den Bergen ihre Versuchs- und Forschungsst√§tten f√ľr ausgesuchte landwirtschaftliche Produkte und -Anbaumethoden.
In Flughafen-Läden und Malls werden die Produkte der Kings Projects angeboten, unter anderem bester Arabica Hochland Kaffee und diverse Hochland Oolong Teesorten.
Die außerordentliche Beliebtheit des Königs RAMA IX. beruht zum großen Teil auf seinen entwicklungspolitischen Projekten in Land- und Forstwirtschaft. Er selbst, an Naturwissenschaften immer interessiert, konnte viele Projekte ins Leben rufen, die nachhaltig wirken. Nicht umsonst wird der Monarch auch als "King of Development" bezeichnet. Entwicklungspolitiker sollten sich mit diesen Projekten näher befassen, um gegebenenfalls das Ein oder Andere auch in weiteren Ländern umsetzen zu können.
Das Bild aus dem zum Projekt geh√∂renden Museum zeigt eine historische Verarbeitungsanlage. Ich habe so etwas √Ąhnliches als Kind seinerzeit in noch mehrfach existierenden Konservenfabriken meiner Heimatstadt Braunschweig "life", in Betrieb, gesehen.
Noch eine Verbindung zur Heimat gibt es: im Museum ist ein Wolfsburger K√ľbelwagen ausgestellt, der in den 1970iger (?) Jahren als zivile Neuauflage gebaut wurde. Er hatte als einer der ersten Allrad PKW hier auf seinerzeit noch holprigen Hohlwegen seinen Dienst versehen. Nunmehr √ľbernehmen das japanische und koreanische Riesenmodelle, produziert in Thailand. Sie k√∂nnen jetzt die gut ausgebauten Stra√üen nutzen; off Road gibt es nicht mehr so oft.

Erstellt: 2015-01-01 22:03:57
Link-, Medien- und Literaturverweise:
www.firstroyalfactory.org


THE KING AND I

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Ich will nicht so vermessen sein, mich, siehe √úberschrift, in irgendeiner Weise auf eine Stufe mit dem hiesigen K√∂nig zu stellen. Das w√§re wohl glatt Majest√§tsbeleidigung und wird im Staate Thailand strengstens bestraft. K√∂nig Bhumibhol, auch bekannt unter KING RAMA IX. THE GREAT, ist die absolute Integrationsfigur des Staates mit der repr√§sentativen Monarchie seit 1932. King RAMA IX., nach der Thronfolge als neunter K√∂nig der Herrscher-Dynastie ausgewiesen, ist √§u√üerst beliebt und wird, wie einige andere gro√üen seiner Vorg√§nger im Lande, regelrecht verehrt. Bedeutende Herrscher, wie zum Beispiel K√∂nig RAMA V. der Gro√üe, sind h√§ufig in Gesch√§ften und Wohnungen auf Bildnissen oder auch auf alten Fotografien zu finden, oft in Eintracht mit Abbildungen vom jetzigen Herrscher. King RAMA V. ist insbesondere auch bei den gesch√§ftst√ľchtigen chinesisch-st√§mmigen Thais beliebt. Seine Reformen gegen Ende des 19. Jahrhunderts haben unter anderem die Rahmenbedingungen f√ľr Handel und Gewerbe stark verbessert; die Rechtssicherheit nahm zu; schrittweise konnte die Sklavenarbeit abgeschafft werden.
Mit der Vorliebe zur Fotografie sind wir beim Thema: der K√∂nig und ich. Eine Gemeinsamkeit zumindest h√§tten wir schon, n√§mlich die Leidenschaft, Erlebtes und Gesehenes abzulichten. Oft wird der K√∂nig auf √∂ffentlichen Plakaten und sonstigen Darstellungen mit Fotokamera, zumeist √ľberlebensgro√ü, abgebildet. Auf seinen h√§ufigen Inspektionsreisen durch das Land und auf Reisen zur Er√∂ffnung der Kings Projects hatte er fast immer seine Profi-Camera umgeh√§ngt. Anderen Ortes durchaus verp√∂nt und mich entsprechend unwohl f√ľhlend mit der umh√§ngenden Camera, geht es mir in dieser Aufmachung in Thailand recht gut. Der K√∂nig pr√§gte ein gutes Image auch f√ľr die Fotoreporter. Ferner, bedingt durch seine umfassenden, mehr als 4.000 (!) Entwicklungsprojekte im Lande, ist er als KING OF DEVELOPMENT weltweit bekannt.
Zum Titel: The King and I ist der Roman einer Engl√§nderin, in den fr√ľhen Nachkriegsjahren geschrieben, dann als Musical erfolgreich an den Broadway gebracht und auch sp√§ter sehenswert verfilmt worden.
Als Jugendlicher hatte ich zuerst mit der Musik des Musicals Bekanntschaft machen d√ľrfen, als Dieter unserer Restfamilie eine entsprechende Schallplatte mitbrachte. In kurzen Worten sei der Inhalt skizziert: der siamesische K√∂nig RAMA IV., ein durchaus reformbewu√üter und westlicher Kultur aufgeschlossener Monarch, heuert zu Mitte des 19. Jahrhundert eine verwitwete englische Offiziersgattin als Gouvernante f√ľr seine Kinder an, um westlichen Bildungsanschlu√ü f√ľr den K√∂nigshof zu bekommen. Das exotische Land, Abenteuer und Romanze bewirken bei der eher verkn√∂cherten Dame Wundersames.
Immer wieder: West meets East mit symbiotischen Folgen, wenn es dabei auch immer wieder zu kulturellen Mißverständnissen zu Hauf kommt. Über Buch, Musical und Film wurde Thailand, bis 1936 SIAM genannt, somit einem größeren Publikum erschlossen, dem sonst als Stereotyp wohl nur die Siamesischen Zwillinge aus diesem Lande bekannt waren.
Verwunderung kommt beim Fremden auf, wenn er nach dem Titel in der Buchhandlung fragt: das Buch ist in Thailand nicht zu kaufen; eine Zensur empfand den Inhalt wohl als staatsfeindlich oder zumindest als das Königshaus verunglimpfend.
Inzwischen ist der heutige K√∂nig mit 88 Jahren hochbetagt; er h√§lt einen weltweiten siebzigj√§hrigen Rekord als Regent, denn er ist bereits seit 1946 auf dem Thron. Einige seiner vielf√§ltigen KINGS PROJECTS konnte ich besichtigen; sie sind tats√§chlich in ihrer entwicklungspolitischen Bedeutung beachtlich und erkl√§ren zum Teil die Hochachtung dem K√∂nig gegen√ľber.
Nicht ganz unrealistisch ist es, da√ü Thailand eine Queen als Nachfolgerin bekommt. √Ąhnlich wie der K√∂nig, macht eine seiner drei T√∂chter, Prinzessin Sirindhorn, ausgedehnte und gezielte Reisen zu wichtigen Orten und Institutionen im ganzen Land. Bereits als junge Frau hatte sie ihren Vater auf seinen Inspektionsreisen oft begleitet.
Diese Nachfolgeoption w√ľrde einem Orakel ausweichen: mit dem neunten RAMA sei die K√∂nigsfolge der jetzigen Dynastie beendet. Das gilt aber eben nur f√ľr einen K√∂nig, nicht f√ľr eine Queen...
Im √úbrigen sei angemerkt, da√ü kein Thai sich in der √Ėffentlichkeit auf Spekulationen oder Diskussionen das K√∂nigshaus betreffend einlassen wird. Der Strafgesetzparagraph zur Majest√§tsbeleidigung kann rigide und schnell angewendet werden.
Nachtrag: dem im November 2016 verstorbenem großen König folgte dessen Sohn als RAMA X. auf den Thron.


Erstellt: 2015-01-01 20:43:00


WHITE TEMPLE AT CHIANG RAI

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Ein Mu√ü f√ľr alle Touristen Nordthailands ist der Besuch dieser Anlage: WAT Rongkhun. Es ist ein "Neubau", im Zuckerb√§ckerstil, bewu√üt nicht in Gold gehalten, sondern mit wei√üem Grund und kleinen Spiegeln versehen. Au√üen sind Hieronymus Bosch-artige Skulpturen, und innen auch entsprechende Wandgem√§lde zu bewundern. Eine riesige Wandmalerei zeigt einen apokalyptischen Abriss unserer Moderne; wichtige Personen der Zeitgeschichte, negative und positive Vorbilder, sind eingearbeitet.
Stolz erklärte mir nach dem Besuch der Räume die nunmehr gerade ihren 13. Geburtstag feiernde Cake, meine gute kleine Begleiterin aus Ois Familie, sie hätte Michael Jackson auf dem Gemälde erkannt. Mr. Bush aus Amerika erscheint in einem nicht so guten Umfeld.
Es ist kein Tempel im eigentlichen Sinne, es gibt keine M√∂nche hier. Der Gedanke des Erbauers und K√ľnstlers, Ajarn Chalermchai, ein Sohn der Stadt, ist es, eine Begegnungst√§tte geschaffen zu haben f√ľr Menschen aus der ganzen Welt. Auszug aus dem Prospekt:
"As to the use of the colour white, Ajarn Chalermchai want to build a temple that is different from other wats (temples) that are golden. He believes that gold is suitable to people who lost for evil deeds.....The use of small mirrors throughout the building is a symbol of wisdom (Dhama) of the Lord Buddha that shines throughout the universe". Ajarn Chalermchai repeated: " i want to build a heavenly garden (representing happiness) for humans to stroll in. I want all visitors of whatever religion to have a feeling of peace, happiness and at the same time get to understand the meaning of Buddhism that can be seen all over the temple wether it¬īs in the architectural, the drawings or the moldest works".
Im ersten Bild : der K√ľnstler, links, im Gespr√§ch mit mir. Es ist bewu√üt ein "Reklame" Foto f√ľr ihn.

Erstellt: 2015-01-01 19:50:00
Link-, Medien- und Literaturverweise:
www.watrongkhun.com


Der Autor

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Reinhard Servas,
geboren und aufgewachsen in Braunschweig, nach Abitur und Wehrdienst beim Bundesgrenzschutz Studium der Betriebswirtschaft sowie der Wirtschafts- und Sozialgeschichte in G√∂ttingen. Autodidaktische und berufsbedingte Weiterbildung in Sachen Dokumentationen; als Manager namhafter Unternehmen immer "on the road", ebenso als privat Reisender die Welt ent-deckend, nunmehr frei seiend f√ľr l√§ngere Aufenthalte in Fernost. Diese Mischung aus Reisen, Er-Leben und lebendigen Aufzeichnungen ist es - und die neue Berufung ist geboren:
DER REISEREPORTER.
In Thailand, im Land der "Freien" -Nomen est Omen- , reizt den Hellh√§uter besonders der Norden mit den letzten, eher sanften Ausl√§ufern des Himalayas. F√ľr den Entschlu√ü, hier in der N√§he der Berge zumindest winters zu leben und zu schreiben, sind neben den f√ľr Nordeurop√§er ertr√§glichen Temperaturen ausschlaggebend die reichhaltige LANNA - Kultur und der Garten Eden in puncto Natur, gesundem Thai - Food und √ľberaus freundlicher Menschen. Nicht umsonst wirbt Thailand, aber nicht ganz korrekt in der urspr√ľnglichen Sinn-Adaption, mit dem Slogan: "Land des L√§chelns".
Von hier aus werden Reisen in alle Teile des Landes und in andere s√ľdostasiatische L√§nder unternommen, immer in Kontakt mit den Einheimischen, die rein touristische Schiene verlassend.
Schreiben √ľber allzu Menschliches, Nat√ľrliches und auch Skurilles- diese von Jugend an trainierte Leidenschaft kommt nun ebenfalls in fremden Landen zum Zuge.


Erstellt: 2014-06-27 08:38:56