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ELEFANTENLAND

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EINLEITUNG

Jeder, der in Thailand das Land bereist, wird auf Schritt und Tritt Elefanten begegnen. Leider nicht mehr so sehr in der Natur. Vielmehr auf Abbildungen, als Skulpturen und als Stein- oder Holzmonumente vorwiegend in den Tempeln, auf Kunstgegenst├Ąnden, Wandverzierungen - die Elefantenmotive sind allgegenw├Ąrtig. Und dann doch auch, endlich lebendig, in den Elephant Camps zur Freude der Touristen aus aller Welt. Um die letzten noch lebenden Wildelefanten zu erleben, mu├č man sich schon weit ins Landesinnere begeben, in die entsprechenden National Parks und Waldreserven des Landes.
Selbst bereits bei einer Reisevorbereitung f├╝r Thailand, mit Blick auf die Landkarte, begegnet der aufmerksame Betrachter einem Elefanten: der Umriss des Landes kann mit etwas Phantasie als Elefantenkopf, mit langem R├╝ssel, gedeutet werden.
├ťber Elefanten in Thailand habe ich bereits ab und an geschrieben. Hier sollen nun alle relevanten Berichte zusammengefa├čt werden. Erg├Ąnzt und erweitert werden die Beitr├Ąge durch Mythen, Historie, Anekdoten, Hintergrundinformationen und Neuigkeiten.
Es ist mein Anliegen, ├╝ber diese intelligenten, nun auch schon praktisch vom Aussterben bedrohten asiatischen Dickh├Ąuter weitgef├Ąchert und auch kritisch zu berichten, um m├Âglichst viele Leser f├╝r die Spezie Elephas Maximus zu begeistern.
Im Norden von Thailand soll in diesem Buch der Elefant als Beispiel f├╝r die Konfliktsituation Mensch/Natur stehen, w├Ąhrend im S├╝den die Zerst├Ârung des Meeresbodens durch ├ťberfischung mit Schleppnetzen und der Massentourismus einschlie├člich der Verm├╝llung von Land und Meer die Hauptprobleme im Verh├Ąltnis Natur zu Mensch sein d├╝rften.
Elefanten haben in asiatischen L├Ąndern, aus der Historie und aus den Religionen heraus betrachtet, immer schon einen hohen Stellenwert gehabt. Allseits bekannt und beliebt ist der Elefantengott GANESHA im Hinduismus. Sp├Ąter ist er mit etwas abgewandelter Bedeutung auch im Buddhismus anzutreffen. Ebenfalls aus dem hinduistischen Umfeld kommend wurde ERAWAN, ein weiterer Elefantengott, in buddhistisch gepr├Ągten Thai-K├Ânigreichen heimisch.
Im Land der Thais hat es der wei├če, k├Ânigliche Elefant sogar geschafft, auf die SIAM Staatsflagge des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts sowie auf die Flagge der Kriegsmarine zu kommen.
Neben den wei├čen Elefanten, ausschlie├člich K├Ânigen vorbehalten, gab es noch bis mindestens zum Ende des 19. Jahrhunderts die Kriegselefanten, schwarz und bedrohlich in Skulpturen und auf Bildern dargestellt. Nicht zu vergessen sind ferner die ehemaligen Arbeitselefanten, die "Zugmaschinen" und "Bulldozer" der vormotorisierten Zeit. Sie lebten lebenslang mit ihren F├╝hrern, den Mahouts, zusammen.
Es gibt viel Positives zu berichten, so von Menschen, die sich tats├Ąchlich ernsthaft um die Tiere k├╝mmern. ├ťber Aufzuchtstationen wird zu lesen sein, ebenso von Elefantenhospitals, von Altersheimen f├╝r Elefanten und von Wiederauswilderungen.
Als Negativum bestehen bleibt bis heute die weitestgehende Vernichtung des nat├╝rlichen Lebensraumes f├╝r die Tiere. Auch die kritische Frage, ob alle derzeitigen menschlichen Anstrengungen ├╝berhaupt noch ausreichen, um die Art zu erhalten, steht im Raum. Immerhin stehen die Tiere bereits auf der ROTEN LISTE der vom Aussterben bedrohten Arten. Auf diese internationale Rote Liste kommen alle Arten, die in den letzten drei Generationen mindestens zu 50 % reduziert worden sind.
Die allgegenw├Ąrtigen Darstellungen der Tiere in Bildern und Skulpturen als Teil der regionalen und lokalen Kulturen werden uns immer wieder begegnen. Von einigen Marketingideen rund um den Elefanten gibt es ebenfalls etwas zu berichten.
Viel Nachdenkliches wird uns also auch besch├Ąftigen. Insgesamt, so wird sehr grob gesch├Ątzt, gibt es in Asien nur noch weniger als f├╝nfzigtausend Elefanten, darunter circa dreizehntausend domestizierte Tiere. In den letzten einhundert Jahren ist der nat├╝rliche Lebensraum der Dickh├Ąuter in Thailand um mehr als 90 % geschrumpft. Die Population ist im gleichen Zeitraum um mindestens 70 % zur├╝ckgegangen; einige Angaben sprechen gar von circa 90 % R├╝ckgang. Es gibt nur noch gesch├Ątzt eine wilde Populaton von maximal zwei- bis dreitausend Tieren und eine in etwa gleiche Anzahl domestizierter Tiere in Thailand.
Wenn nichts Wesentliches passiert, wird es in etwa drei├čig Jahren in Thailand wohl keine nennenswerte Anzahl an Elefanten mehr geben. Insbesondere f├╝r ein Land, das kulturell so eng mit diesem Tier verbunden ist - der Elefant ist praktisch das Wappentier Thailands - w├Ąre das Aussterben in jeder Hinsicht ein herber Verlust.
Die Situation der Elefanten in den anderen asiatischen L├Ąndern sieht auch nicht viel besser aus. LAOS zum Beispiel, das ├Âstliche Nachbarland, wurde fr├╝her auch als Land der Millionen Elefanten bezeichnet. Von den vielleicht etwas ├╝bertriebenen Millionen sind allemal ein paar Tausend Tiere ├╝brig geblieben - und wahrscheinlich nur ein einziger wei├čer, heiliger Elefant. Eine in etwa mit Thailand vergleichsweise Anzahl von Elefanten soll sich sonst noch in Sri Lanka befinden. Sicherlich stehen gerade in den ├Ąrmeren L├Ąndern noch weniger Ressourcen zum Schutze der Tiere zur Verf├╝gung als in Thailand.
Foundations und Organisationen, die sich um die Tiere k├╝mmern, werden deshalb nicht nur genannt, sondern auch jeweils kurz vorgestellt, so da├č deren Arbeit von interessierten Lesern unterst├╝tzt werden kann.
Einige gutgef├╝hrte Elephant Camps werden erw├Ąhnt, wo die Tiere den Touristen stre├čfreier begegnen k├Ânnen als beim tags├╝ber st├Ąndigen Elefantenreiten in anderen Camps, zu Zweit auf einem Quersattel, mit dem Mahout im Nacken.
Wie steht es um den legalen und illegalen Elfenbeinhandel in Thailand ? Auch dieses Kapitel wird nat├╝rlich nicht ausgeklammert. Immerhin ist Thailand der wohl wichtigste illegale Umschlagplatz f├╝r Elfenbein aus Afrika, das vorwiegend in China nachgefragt wird. In Thailand kann das illegale afrikanische Elfenbein relativ leicht dem einheimischen Vorkommen beigemischt werden.
Die Vermarktung des Elefantenmotivs hat ein f├╝r Viele schon nicht mehr akzeptables Ausma├č angenommen. Hier├╝ber gilt es ebenfalls zu berichten.
Ein kurzer Blick auf das internationale Artenschutzabkommen schlie├čt den Reigen rund um den asiatischen Elefanten.
Wer eine allgemeine Einf├╝hrung ins Thema Elefanten in Thailand auf Deutsch sucht, der kann auf folgende website gehen: www.thaipage.ch/autorhertelt/elefant.php .Der Artikel ist zwar schon ein paar Jahre alt, aber die grundlegenden Informationen des Thailandkenners Hertelt gelten immer noch.
Ferner gibt es eine einfache Informations-Site auf Deutsch unter http://elefanten.wikia.com, und auch unter www.natur-lexikon.de gibt es Grundlegendes ├╝ber Elefanten nach zu lesen. Viel Aktuelles ├╝ber asiatische Elefanten und ├╝ber Elefanten speziell in Thailand auf Englisch ist zu lesen auf http://elephantsthailand.blogspot.com.
Desweiteren existieren eine ganze Anzahl von durchaus sehenswerten Dokumentarfilmen ├╝ber asiatische und afrikanische Elefanten, in denen auch aktuelle Forschungen zu Worte kommen. In den Mediatheken der TV-Sender wird der Interessierte ebenso f├╝ndig wie auf you tube.
Die Fotos der Einleitung zeigen von links nach rechts: Einen Baby-Elefanten mit seinem H├╝ter (MAHOUT),den PINK ELEFANT von CHIANG MAI und ein Elefanten-Skelett im Museum von SURIN.

Erstellt: 2017-10-11 23:00:00
Link-, Medien- und Literaturverweise:
www.thaipage.ch/autorhertelt/elefant.php, http://elefanten.wikia.com, www.natur-lexikon.de, http://elephantsthailand.blogspot.com


1. RELIGION, MYTHEN UND MÄREN

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Historisch und religi├Âs bedingt, spielt der Elefant in Asien generell eine gro├če Rolle. In Thailand gar kann man heute noch von einem "Nationaltier" sprechen. Da der Elefant im Buddhismus eine bedeutende Symbolik innehat, wie bereits schon im Hinduismus, ist der Elefant auch ein heiliges Tier. Daher sollen ├ťberlieferungen aus unterschiedlichsten Quellen ├╝ber die gr├Â├čten Landtiere in Asien zun├Ąchst genannt werden.
Vom Entstehen aller Lebewesen ist die Rede; wir lesen zum Beispiel etwas ├╝ber GANESHA und ERAWAN, den Elefanteng├Âttern, ├╝ber Prinzen und K├Âniginnen, ├╝ber den k├Âniglichen Elefantenstall, ├╝ber die Bedeutung von wei├čen und schwarzen Elefanten und vom Elefanten, der auf einem Berg den Ort f├╝r eine Tempelgr├╝ndung festlegte, um nur Einiges zu nennen. Dabei k├Ânnen die Erz├Ąhlungen nat├╝rlich nicht in aller Tiefe vorgestellt werden.
Unschwer ist zu erkennen, da├č relativ zum afrikanischen der asiatische Elefant eher sanftm├╝tiger und zudem ├Ąu├čerst lernbereit in der Begegnung mit Menschen ist. Er war seit Jahrtausenden dem Menschen ein treuer Begleiter und hat etliche asiatische Kulturen entscheidend gepr├Ągt. Diese feste kulturelle Verankerung ist sicherlich unter anderem auch ein wichtiger Grund, warum der Elefant in Asien nicht von Wilderern grausamst umgebracht wird, wie in Afrika, von Einzelf├Ąllen abgesehen.
Vorab noch ein Wort ├╝ber die Schreibweise von Namen und Orten. Die Schreibweise ist nicht immer eindeutig; ich habe immer wieder mehrere Schreibweisen f├╝r Orte und Namensbezeichungen gefunden. Zum Teil werden Silben in lateinischen Buchstaben zusammen oder auseinander geschrieben, mal werden einige Buchstaben hinzugef├╝gt oder abge├Ąndert. Der Wortstamm ist zumeist aber immer gut erkennbar.

Erstellt: 2017-09-23 16:40:49


2. HISTORIE DER ELEFANTEN IN THAILAND

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Zur historischen Bedeutung der Elefanten z├Ąhlen zum Einen die Mythen und Sagen, dar├╝ber hinaus aber auch die tats├Ąchlichen Begebenheiten von Mensch und Tier, ├╝ber die nun hier berichtet werden soll.
Die ├Ąltesten arch├Ąologischen Funde, die auf eine Nutzung von Elefanten durch Menschen hindeuten, gab es am gro├čen Strom Indus.
Die Funde wurden auf ein Alter von circa 5.000 Jahre datiert. ├ťber asiatische Kulturen und deren Handelsrouten kamen die asiatischen Elefanten zun├Ąchst bis zu den SUMERERN und BABYLONIERN.
Seit Tausenden von Jahren wurden auch in S├╝dostasien Elefanten als Nutztiere eingesetzt, als universelle Reit-, Last-, Arbeitstiere und auch als Kriegselefanten. Alle diese Funktionen sind f├╝r die Tiere nunmehr praktisch hinf├Ąllig. Welche Bedeutung oder Funktion haben die arbeitslosen asiatischen Elefanten dann heute noch ? Hier├╝ber wird sp├Ąter noch eingehender kritisch zu berichten sein.
Zumindest die wei├čen Elefanten als K├Ânigstiere hingegen haben ihre Bedeutung behalten. Nach wie vor treten sie bei k├Âniglichen Anl├Ąssen auf.
Aus den Tempelanlagen sind die Elefantenstatuen nicht hinweg zu denken. Sie werden die lebenden Elefanten, falls sie aussterben sollten, noch lange ein Denkmal setzen.
Etliches zur Geschichte der Elefanten in Thailand wird anschaulich dargestellt in einem Museum nahe Lampang auf dem Gel├Ąnde des staatlichen THAI ELEPHANT CONSERVATION CENTER. Dort befindet sich unter anderem auch eine beeindruckende Wandtafel, die den Millionen von Jahren zur├╝ckreichenden Stammbaum aller Elefantenarten aufzeigt.

Erstellt: 2016-10-25 16:44:58


3. RUND UM DEN HEUTIGEN ELEFANTEN

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Kleine Geschichten aus dem Alltag der Dickh├Ąuter in Thailand und Reportagen zur kritischen Situation der Tiere werden hier pr├Ąsentiert. Da nunmehr arbeitslos, mu├č der domestizierte Elefant dennoch besch├Ąftigt werden. Der (Massen-)Tourismus ist die wohl bedeutendste, zumeist auch einzige Einnahmequelle f├╝r Elefantenbesitzer und Elefantencamps. Daneben gibt es traditionell Elefanten auch in einigen thail├Ąndischen Zoos. Vereinzelt existieren kleine Wanderzirkusse mit Elefanten.
Die circa zwei- bis maximal dreitausend noch in Nationalparks freilebenden Tiere machen ab und an Schlagzeilen als Unfallverursacher oder Verw├╝ster von Feldern, wenn sie ihre angestammte Umgebung auf der Suche nach Nahrung verlassen. Im Januar 2017 zum Beispiel ging eine Meldung durch die Presse, nach der ein wilder junger Elefant in eine Falle geraten ist, die Bauern zum Schutze der Felder aufgestellt hatten. Das verletzte Tier wurde tier├Ąrztlich behandelt. Es gab aber auch F├Ąlle, in denen Elefanten zu Tode kamen an Elektroz├Ąunen. Auch passieren immer wieder Verkehrsunf├Ąlle mit wildlebenden Dickh├Ąutern, die sich auf Fahrbahnen verirren.
Es gibt die auf Initiative der K├Ânigin 1997 gegr├╝ndete Foundation mit einer Elefantenstation, in der kranke und verletzte Tiere aufgenommen werden und nach Genesung wieder ausgewildert werden. Hier├╝ber, ├╝ber eine Zuchtstation, ├╝ber ausgesuchte und empfehlenswerte Elephant Camps f├╝r Touristen und ├╝ber sonstige M├Âglichkeiten der Begegnung mit den nun fast vom Aussterben bedrohten asiatischen Dickh├Ąutern wird zu berichten sein.
Ferner wird eingegangen auf die noch heute wirkende Symbolkraft des Tieres in der Kunst und im Alltag.
Leider mu├č festgestellt werden, da├č es insgesamt um die Elefanten in S├╝dostasien nicht gut bestellt ist. Das betrifft zum Einen die geringe Population mit der Gefahr des Aussterbens, zum Anderen die Situation der Tiere selbst. Von den nur noch circa dreitausend domestizierten Elefanten in Thailand sollen sich laut der Tierschutzorganisation WORLD ANIMAL PROTECTION in etwa ein Drittel in einem nicht sehr guten Zustand befinden.

Erstellt: 2016-10-24 23:59:44
Link-, Medien- und Literaturverweise:
www.worldanimalprotection.org


4. ELEFANTENHELFER

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Nachdem der Elefant in Asien seit gut 100 Jahren selbst an der Vernichtung seiner eigenen Lebensgrundlage mitgewirkt hat - Thema Rodung des Urwaldes - ist er nicht mehr in der Lage, ohne menschliche Hilfe zu ├╝berleben. Zu gering ist nunmehr der verbliebene Restbestand der freilebenden Population von circa 50.000 und von circa 13.000 domestizierten Tieren in insgesamt 11 L├Ąndern. In Thailand soll es nunmehr nur noch gesch├Ątzt maximal 3.000 freilebende Tiere und in etwa 2.700 bis 3.000 gefangen gehaltene Elefanten geben. Ohne Hilfe wird, so wird angenommen, der asiatische Elefant in circa 30 Jahren ausgestorben sein.
F├╝r ein Land, dessen nationales Symbol und Wappentier der Elefant ist, w├Ąre dies sicherlich nur schwer zu ertragen. Dar├╝ber hinaus gibt es gute biologische Gr├╝nde, den Elefanten nicht aussterben zu lassen. Das neue, kleine Museum von www.elephantparade.com in ChiangMai f├╝hrt insgesamt immerhin 16 Gr├╝nde auf, warum der Elefant f├╝r Mensch und Umwelt wichtig ist.
In diesem Kapitel werden Organisationen vorgestellt, die sich der ├ťberlebenshilfe f├╝r den asiatischen Elefanten verschrieben haben. Von den circa 200 Organisationen und Stiftungen, die sich um das ├ťberleben der Dickh├Ąuter in Thailand bem├╝hen, sollen hier einige vorgestellt werden, zu denen ich Zugang hatte.
In Thailand gibt es ein staatliches Camp von hervorragender Bedeutung. Dieses Camp (www.thailandelephant.org) nahe der Stadt Lampang ist bedeutend aufgrund der Aufzuchtstation, der ambulanten und station├Ąren Elefantenklinik, des Museums und des Schulungszentrums. N├Ąheres siehe unter ELEPHANT CONSERVATION CENTER.
Dar├╝ber hinaus versuchen einige private elephant camps, mehr f├╝r die Elefanten zu tun, indem sie sanften Tourismus anbieten und zum Teil auch selbst den Aufbau von Elefantenhospit├Ąlern anstreben oder unterst├╝tzen. Diese positiven Ans├Ątze werden ebenfalls zumindest erw├Ąhnt oder angesprochen.

Erstellt: 2016-10-13 23:00:51
Link-, Medien- und Literaturverweise:
www.elephantparade.com, www.thailandelephant.org


ELEFANTENFAMILIE

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Der asiatische Elefant ist bekanntlich in seiner Art ernsthaft bedroht. Nur noch einige Tausend von wildlebenden Tieren und eine nicht genau bekannte Anzahl von domnestizierten Tieren umfa├čt die Population. Es wird gesch├Ątzt, da├č in den letzten einhundert Jahren die Population der Elefanten in Asien um die 90 % geschrumpft ist, w├Ąhrend parallel dazu der nat├╝rliche Lebensraum um 95 % abgenommen haben soll. F├╝r Thailand liegt die Sch├Ątzung der noch verbliebenen Population zwischen viertausend bis sechstausend Tieren, wovon in etwa die H├Ąlfte in Nationalparks freilebend ist.
Private und auch einige staatliche Organisationen versuchen, den Elefanten ihr Umfeld zu erhalten und sie vor dem Aussterben zu bewahren.
Elephant Family (www.elephantfamily.org) ist eine der bekanntesten privaten Organisationen, die sich um den Erhalt des asiatischen Elefanten seit 2002 k├╝mmert.
Sie ist derzeit in sechs von dreizehn asiatischen L├Ąndern aktiv: in den L├Ąndern Indien, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Indonesien und Malaysia. Nach eigenen Angaben wurden seit Gr├╝ndung bisher ├╝ber 150 Naturschutzprojekte f├╝r Elefanten in Asien betreut. Die Organisation arbeitet mit weltweit renommierten Natursch├╝tzern zusammen.
Durch gr├Â├čere Events und Aufkl├Ąrungsarbeit soll die ├ľffentlichkeit mit dem Problem der Arterhaltung des asiatischen Elefanten konfrontiert werden. Der Leitspruch von Elephant family ist:
"Protecting Asian elephants and their habitat".

Erstellt: 2016-10-11 17:45:08
Link-, Medien- und Literaturverweise:
www.elephantfamily.org


DAS WELTWEIT ERSTE ELEFANTENHOSPITAL

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Das erste Elefantenhospital, 1993 von Privat gegr├╝ndet, befindet sich in Nordthailand, Lampang Provinz, circa 60 Km s├╝d├Âstlich von Chiang Mai entfernt..
Die Foundation "Friends of the Asian Elephant" (FAE) wurde von Frau Soraida Salwala ins Leben gerufen, um verwundete, kranke und auch versto├čene Elefanten zu pflegen. Ebenfalls k├Ânnen tr├Ąchtige Elefantenk├╝he aus Privatbesitz dort betreut werden. Seit Gr├╝ndung wurden bereits ├╝ber 4.000 Elefantenpatienten in Obhut genommen. Das ist eine Riesenleistung, wenn bedacht wird, da├č es in Thailand nur noch maximal 6.000 Elefanten gibt. Im Schnitt werden monatlich 16 F├Ąlle behandelt. Zus├Ątzlich leben st├Ąndig f├╝nf Tiere auf dem Gel├Ąnde des Heimes. Auch mobil k├Ânnen kranke Elefanten versorgt werden.
Die Foundation finanziert sich nach eigenen Angaben ausschlie├člich durch Spenden.
Der ber├╝hmteste der st├Ąndigen Patienten d├╝rfte MOSHA sein, nunmehr mindestens zehnj├Ąhrig, dem als erster Elefant eine Prothese verpa├čt wurde. Diese mu├čte w├Ąhrend des Wachstums st├Ąndig angepa├čt werden. Mosha ist als junges Tier mit seinem rechten Vorderlauf in Myanmar auf eine Landmine getreten.
Das Schicksal von Mosha inspirierte den Holl├Ąnder Mike Spitz, die Elefantenparade (www.elephantparade.com, siehe dort) ins Leben zu rufen, ein international t├Ątiges thail├Ąndisches Unternehmen in Chiang Mai, das Kunst, Kommerz und Sponsoring f├╝r die Arterhaltung der asiatischen Elefanten seit nunmehr zehn Jahren unter einen Hut bringt. Das mittlere Foto zeigt Modelle der Prothese von Mosha in dem kleinen, aber sehenswerten Museum von elephantparade.

Erstellt: 2016-10-11 17:05:41
Link-, Medien- und Literaturverweise:
www.elephant-soraida.com, www.elephantparade.com


5. STAATLICHE MASSNAHMEN

In Thailand wurde der Arbeitselefant 1989 offiziell abgeschafft. H├Ątte die Regierung die Waldrodung nicht offiziell gestoppt und keine National Parks eingerichtet, g├Ąbe es jetzt wohl keine W├Ąlder in Thailand und somit auch keine Wildelefanten mehr.
Die Mahout-Familien mu├čten sich neue Besch├Ąftigungsm├Âglichkeiten f├╝r ihre Elefanten ausdenken. Einige zogen ins benachbarte Myanmar, wo es auch heute noch Arbeitselefanten in der Rodung und Holzindustrie gibt. Andere versuchten, sich mit ihren bettelnden Elefanten in den St├Ądten eher unw├╝rdig durch zu schlagen, bis auch das verboten wurde. Oder sie verkauften ihr Tier, oft ihre einzige Existenzgrundlage. Immerhin ist ein Elefant einige Tausend Euros wert.
Bei steigendem Tourismus kam es mehr und mehr zur Gr├╝ndung etlicher privater Elephant Camps, die zum Teil auch Elefanten aufkaufen. Einige Camps nehmen die Elefanten zusammen mit ihren Mahouts auf, so da├č eine eigene, h├Âchst bescheidene Existenz f├╝r die Elefantenbesitzer weiterhin gesichert ist.
Der thail├Ąndische Staat selbst unterh├Ąlt in Nordthailand ein einziges, allerdings umfangreiches Camp, wie bereits vorgestellt. Neben dortigem Hospital, Aufzucht und Altersheim gibt es eine weitere Initiative auf Anregung der K├Ânigin, um sich sinnvoll um Elefanten zu bem├╝hen.
Diese Foundation k├╝mmert sich, nach Betreuung verletzter oder kranker Tiere, um deren Wiederaussetzung in die Wildnis. N├Ąheres siehe im folgenden Artikel.
Wenn Elefanten in Gefangenschaft geboren werden, m├╝ssen sie innerhalb von 30 Tagen amtlich registriert werden. Das verhindert weitgehend den illegalen Handel mit den Jungtieren.
Seit 2016 sind der Handel und die Bearbeitung von Elfenbein im Lande gesetzlich geregelt. Hierzu gibt es mehr im Artikel zum internationalen Artenschutz zu lesen.
Eher traditionellen und symbolischen Bedeutungs-Charakter hat der k├Ânigliche Elefantenstall. Zur Zeit d├╝rften sich zehn oder bei gro├čz├╝giger Auslegung elf wei├če Elefanten in K├Ânigsbesitz befinden. So viele wei├če Elefanten hat wohl noch nie ein Herrscher auf jetzigem thail├Ąndischen Gebiet besessen.
Um der hohen ├Âffentlichen Bedeutung der Elefanten gerecht zu werden, gibt es seit 1998 den j├Ąhrlichen offiziellen Gedenktag des Elefanten am 13. M├Ąrz.
Es ist eine berechtigte Frage, ob diese staatlichen Ma├čnahmen, kombiniert mit etlichen Bestrebungen privater Camps und Hilfsorganisationen ausreichen, um die ├ťberlebens-Chance der Tiere im Lande zu garantieren.



Erstellt: 2016-10-06 18:30:00


6. WELTARTENSCHUTZ

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Das ├ťBEREINKOMMEN ├ťBER DEN INTERNATIONALEN HANDEL MIT GEF├äHRDETEN ARTEN FREILEBENDER TIERE UND PFLANZEN, auch bekannt als Washingtoner Artenschutzabkommen, wurde 1973 ins Leben gerufen und ist seit 1975 in Kraft. CITES, so die Kurzform, fand 2016 in Johannisburg Anfang Oktober statt. Fast zwei Wochen lang verhandelten Vertreter der inzwischen auf 183 angewachsenen Beitrittsl├Ąnder ├╝ber Anpassungen und Neuordnungen beim Artenschutz f├╝r Tiere und Pflanzen, die vom Aussterben bedroht sind und/oder die besonders gesch├╝tzt werden sollen. Mehr als 2.500 (!) Fachleute und Regierungsvertreter der Beitrittsnationen kamen f├╝r diese nunmehr 17. Konferenz zusammen.
Einige wichtige Beschl├╝sse sind:
der internationale Handel mit Elfenbein bleibt weiterhin verboten, wie bereits seit 1989 beschlossen. Damit wurden Antr├Ąge aus Namibia und Simbabwe zur Lockerung dieses Beschlusses abgelehnt. Umstritten ist hingegen die Ablehnung von Beschl├╝ssen zum st├Ąrkeren Schutz der Elefantenpopulationen von S├╝dafrika, Botswana, Namibia und Simbabwe. Anbetrachts der nach wie vor hohen Anzahl der von Wilderern get├Âteten Tiere Jahr f├╝r Jahr klingt diese Ablehnung erst einmal unfa├čbar. Dennoch hat das einen tieferen Sinn: Bei entsprechenden Beschl├╝ssen h├Ątten betroffene L├Ąnder die M├Âglichkeit, durch Einspr├╝che auszuscheren und damit den Artenschutz im eigenen Lande zu umgehen. Denn in einigen afrikanischen L├Ąndern, innerhalb von National Parks, wachsen die Elefantenherden wieder, so da├č dort zum Teil eine ├ťberpopulation droht.
Auch innerhalb der Mitgliedsl├Ąnder ist nun kein Handel mehr mit Elfenbein erlaubt. Wie diese Kontrollen allerdings praktisch umgesetzt werden sollen, ist wohl sehr fraglich.
Insbesondere f├╝r etliche Schuppentierarten, Reptilien, diverse Vogelarten und f├╝r Tropenh├Âlzer gab es weiter reichende Beschl├╝sse zum Artenschutz.
Als Verlierer der Konferenz wurden von Non-Government-Oranization s (NGOs) und Tiersch├╝tzern die L├Âwen bezeichnet. Zwar stehen die wildlebenden L├Âwen auch weiterhin unter Schutz, aber inzwischen verdienen etliche private Zuchtbetriebe und nicht kontrollierte L├Âwenfarmen Geld mit L├Âwenknochen - diese sind aufgrund der schwindenden Best├Ąnde an Tigerknochen als Ersatz f├╝r die Verwendung in der traditionellen Medizin und f├╝r Mittelchen aller Art in Asien, vor allem in China und Vietnam, hochbegehrt.
Weitere Kommentare zur Konferenz k├Ânnen nachgelesen werden beim World Wide Fund For Nature (WWF). Diese internationale Stiftung, bekannt durch ihr LOGO, den schwarz-wei├čen Panda, existiert als NGO seit 1961 mit Sitz in Genf. Trotz erheblicher Erfolge ist die Kooperation mit verschiedenen internationalen Firmen nicht ganz unumstritten. Prinz Philip ist WWF Ehrenpr├Ąsident. ├ťberhaupt engagiert sich das britische K├Ânigshaus traditionell immer wieder f├╝r den Naturschutz. So wurde die INTERNATIONALE KONFERENZ ZUM ILLEGALEN WILDTIERSCHMUGGEL im Jahre 2014, ein weiteres Beispiel, in London am 13. Februar von Prinz Charles er├Âffnet. Die dritte Konferenz mit gleichem Titel und Inhalt wurde von Prinz William am 17.11.2016 in Hanoi eingeleitet. Eines seiner Kerns├Ątze beinhaltet die Wette, da├č bisherige Ma├čnahmen zum ├ťberleben der Elefanten nicht ausreichen w├╝rden. Die Wilderei von Elefanten aufgrund der nach wie vor anhaltenden illegalen Nachfrage nach Elfenbein konnte bis heute nicht nachhaltig in den Griff bekommen werden. Thailand und Vietnam sind die haupts├Ąchlichen asiatischen Transferl├Ąnder f├╝r illegales Elfenbein in Richtung China, dem wohl traditionell gr├Â├čten Abnehmer und Verarbeiter von Elfenbein. China hat im Dezember 2017 ein allgemeines Verbot zum Verkauf von Elfenbein erlassen. Bis Jahresende sollen alle Best├Ąnde aus dem Handel abverkauft sein oder verschwinden. Somit wird die Nachfrage nach Elfenbein weltweit stark eingeschr├Ąnkt, was zu weniger Wilderei f├╝hren sollte. Die asiatischen Elfenbeinschnitzer, die ein traditionelles Kunsthandwerk betreiben, m├╝ssen sich nach neuen Rohmaterialien umschauen oder ihren Beruf aufgeben.
EU-weit ist der Import von Elfenbein-Altbest├Ąnden nach wie vor erlaubt. Tiersch├╝tzer bef├╝rchten wohl zu Recht, da├č damit immer noch ein Schlupfloch f├╝r gewildertes Elfenbein besteht, das geschmuggelt den Altbest├Ąnden beigemischt werden k├Ânnte.
Die CITES-Konferenz zum 40. Jahrestag der Einf├╝hrung des Artenschutzes fand ├╝brigens in Bangkok, Thailand, im Jahre 2013 statt.
Die Bilder links und rechts zeigen zwei Baby Elefanten und in der Mitte ein jugendliches Tier, aufgenommen in Elephant Camps nahe Chiang Mai und Surin. M├Âge ihnen der Artenschutz eine einigerma├čen ertr├Ągliche Zukunft bescheiden.

Erstellt: 2016-10-06 18:19:28
Link-, Medien- und Literaturverweise:
www.cites.org
www.wwf.de