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MIT DEM ROVER DURCH DIE LANDE

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Im RBB TV gibt es die Sendung: Bauer sucht Kultur, oder der Landschleicher. Im Lande Brandenburg werden Menschen, die landwirtschaftliche und kulturelle Perlen pflegen, vom bekannten TV Moderator Max Moor besucht. Der Zuschauer bekommt so eine direkte Verbindung zu Land und Leuten.
Wenn in Analogie der NORDTHAILAND REPORTER als friedlicher (Land-) ROVER, hier mit Landstreicher und nicht mit StraßenrĂ€uber ĂŒbersetzt, durchs Land der Thais zieht, kann er ebenfalls UrsprĂŒnglichkeiten und Perlen entdecken. Meinen eigenen Rover (KFZ) habe ich zuhause gelassen; ich nutze hier einen 15 Jahre alten SUV japanischer Marke, aber Lizenz Made in Thailand. Die meisten japanischen, koreanischen Autos und auch eine indische Automarke werden fĂŒr Thailand und fĂŒr den Export in Lizenz im Lande selbst hergestellt.
Auf dem Bild ist Neffe Oli zu sehen in der Hill Tribe Tracht der HMONG. Wir hatten mit seinen 1,90 m erhebliche Probleme, ihn in die Kleidung der doch sehr viel kleineren Bergbewohner zu bringen.
Sawasdee kap, liebe Leser, mit dieser BegrĂŒĂŸung eröffnet er unsere StreifzĂŒge durch das Land der Nordthais und der vielen ethnischen Minderheiten.
Es gibt eine intakte Landwirtschaft, die auch die StĂ€dte reichlich nĂ€hrt, lĂ€ndliches Handwerk, Nationalparks, botanische GĂ€rten, natĂŒrliche WasserfĂ€lle und Höhlen in den Bergwelten, heiße Quellen und ThermalbĂ€der, Anglerparadiese und Elefantencamps, um nur Einiges zu nennen. Tee, Kaffee und Weinanbau auch in Thailand möglich? Mit viel Forschung und praktischem Aufwand wurde das erreicht, mit inzwischen besten Resultaten. Vieles gibt es fĂŒr den Natur- und Pflanzenliebhaber zu entdecken. Der Bewunderer von historischen Bauten und der Fotograf kommen ebenfalls nicht zu kurz anbetrachts der vielen Tempel und alten StĂ€tten, die es zu besuchen und bildlich festzuhalten gilt.
Vom einfachen Landleben und dem Dasein in den kleinen StĂ€dten und Dörfern in der Provinz wird ebenfalls erzĂ€hlt; immerhin reizt der einfache Lebensstil bereits etliche Westler seit Jahren zum Bleiben. Ich selbst habe schließlich auch Monate auf dem Lande und in den Bergen verbracht. Der Eco Tourismus beginnt Fuß zu fassen; einige Resorts mit gemischten Thai-Farang Familienbesitzern haben entsprechende Angebote, und auch das staatliche thailĂ€ndische TourismusbĂŒro promotet neuerdings den sanften Tourismus auf dem Lande. Von all dem gibt es Einiges zu lesen und zu sehen, an dieser Stelle als AuszĂŒge aus dem entsprechenden ebook, das im kshop als Band 4 des Nordthailand Reporters erworben werden kann.


DIE ÄLTESTE STADT IN NORDTHAILAND

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Bereits bevor die Thai-Völker in das heutige Gebiet von Thailand zogen, gab es Hochkulturen, autonome FĂŒrstentĂŒmer und kleinere Stadtstaaten. Zu nennen sind die MON-, die KMER-, die DVARAVATI- Kulturen ebenso wie das Volk der LAWA.
LAMPHUN, circa 30 Km sĂŒdlich von Chiang Mai gelegen, gilt als erste Stadt auf heutigem nordthailĂ€ndischen Gebiet. Die UrsprĂŒnge liegen teils im LegendĂ€ren, teils gibt es realistische Hinweise. LAMPHUN soll im Jahre 660 a.D. als Hauptort des HARIPUNCHAI- Reiches vom Einsiedler SUTHEP aus dem Volk der LAWA gegrĂŒndet worden sein. Ihm zu Ehren gibt es heute DOI SUTHEP, den Berg des SUTHEPs nahe von Chiang Mai. Der Legende nach war er es, der CHAMA DEVI, eine MON-Prinzessin aus LOPBURI, als erste Königin in die Stadt holte. Sie wird heute noch verehrt; es gibt eine Statue hinter Glas in einem WAT der Innenstadt, ein großes Denkmal im Park und einige figĂŒrliche Abbildungen im Nationalmuseum von Lamphun.
Ein Einsiedler als StadtgrĂŒnder, der diese dann noch freiwillig an eine Frau ĂŒbergibt? Was will die Legende uns damit vermitteln? Leider gibt es nicht mehr viele historische Spuren in der Stadt; neben dem bereits erwĂ€hnten Nationalmuseum sollte der Besucher es zumindest nicht versĂ€umen, dem schrĂ€g gegenĂŒber an der Hauptstraße gelegenen, bedeutenden WAT einen Besuch abzustatten. Einige wenige Bauwerke der HARIPUNCHAI Ära, die ihren kulturellen Höhepunkt im 8. bis 9. Jahrhundert hatte, sind dort noch zu sehen, neben einem großen Fußabdruck von LORD BUDDHA. Seit dem Jahre 897 bereits gibt es das WAT PHRATHAT, also weit bevor der erste Thai LanNA König MengRai 1281 die reiche Stadt kampflos durch eine List ĂŒbernehmen konnte. Alle Könige der Thai-Reiche, die sich im 13. Jahrhundert grĂŒndeten, ĂŒbernahmen den THERAVADA BUDDHISMUS, der aus Ceylon und Indien mit der MON-Kultur in das heutige Gebiet von Thailand gelangte. Wie so oft in der Geschichte, entsteht Neues und GrĂ¶ĂŸeres erst durch Begegnungen unterschiedlicher Art und nicht durch Abschottung.


SUVARNABHUMI oder EL DORADO

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Jeder Thailand Reisende kennt den Namen des Internationalen Flughafens von Bangkok. Wenige kennen die Bedeutung des Namens SUVARNABHUMI, nÀmlich: GOLDLAND. Auch der ehemalige Name Thailands, SIAM ist goldbezogen: im Sanskrit bedeutet Siam: Gold !
Es gibt viel Gold in Thailand: den 5,5 Tonnen schweren und 3 Meter hohen mÀchtigen Gold-Buddha in Bangkok zum Beispiel, weiterhin die vielen goldenen und goldverzierten GegenstÀnde und GebÀude der Tempel landesweit. Die Blattgoldherstellung hat in Myanmar und Thailand eine Jahrhunderte alte Tradition. So gibt es den bei uns sicherlich seltenen Beruf des Goldklopfers.
SchmuckstĂŒcke aus Gold gelten nicht nur als Statussymbol, sondern auch als Geldanlage. Goldene Ketten und Ringe werden bei Bedarf durchaus verkauft oder beliehen. Dabei handelt es sich aber bitte schön immer um das sogenannte THAI GOLD, eine spezielle Legierung mit hohem Goldanteil (965) und einer nicht öffentlich bekannten Zumischung. GoldfĂ€rbungen anderer Art werden als "minderwertig" angesehen, selbst wenn sie einen höheren Goldanteil haben! Gold im persönlichen Besitz hat in buddhistischen LĂ€ndern eine hohe Status-Bedeutung, Ă€hnlich wie in arabischen LĂ€ndern.
Woher, so fragt sich, kommt das thailĂ€ndische Gold? Aktuelle Daten und Fakten zur inlĂ€ndischen Goldproduktion sind nicht einfach zu bekommen. Nach etlichen Auseinandersetzungen zwischen der Wohnbevölkerung und einer Förderstelle hĂ€lt sich die Berichterstattung auffĂ€llig zurĂŒck.
FĂŒr 2011 wird eine Jahresproduktion von 9.245 Kg angegeben, mit einer starken Steigerung zu den Vorjahren. Das grĂ¶ĂŸte Abbaugebiet (im Tagebau, seit 1987) ist das CHATREE Projekt in der Provinz Phichit, circa 280 KM nördlich von Bangkok. In diesem Gebiet wurde bereits zu Zeiten von König RAMA IV. Mitte des 19. Jahrhunderts Gold abgebaut. WĂ€hrend des zweiten Weltkriegs, als Thailand von japanischen Truppen besetzt wurde, war in den Goldminen Zwangsarbeit fĂŒr Japan durchaus ĂŒblich.
In neuerer Zeit gab es WiderstĂ€nde der Bevölkerung in unmittelbarer NĂ€he von AbbaustĂ€tten. Gesundheitsuntersuchungen ergaben ĂŒberhöhte Schwermetallwerte im Blut der Probanten. Eine Umsiedlung der betroffenen Bevölkerung wurde in ErwĂ€gung gezogen.
Da thailĂ€ndische Geologen aktuell im Goldbergbau kaum ĂŒber Explorationserfahrungen verfĂŒgen, gibt es seit 1987 eine zugelassene auslĂ€ndische Goldfördergesellschaft. Zuvor wurden alte Karten und Aufzeichnungen von einem thai-australischen Team ausgewertet. Neben dem Chatree Projekt gibt es einige kleinere Goldvorkommen in LAMPANG (Chiang Mai District, Waschgold aus dem Fluß), im Norden nahe Laos und in MAE HONG SON. Die Verwaltung in Lampang hatte die Idee, die GoldwĂ€sche touristisch zu nutzen. Ob daraus etwas geworden ist, werde ich bei meinem nĂ€chsten Besuch dort nachfragen.
Die letzten handgreiflichen Auseinandersetzungen gab es im Mai 2014 zwischen Arbeitern einer Goldmine und Anwohnern im Khao Luang District; Loei Provinz, nahe der Grenze zu Laos. Bewohner machten Umweltverseuchungen und Übergriffe der Minenarbeiter auf sie international publik.
Reines Gold hat seinen Preis: es wird chemisch von anderen Bestandteilen getrennt, was praktisch immer zu Umweltproblemen und zu gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen fĂŒhrt. Die Regierung hat im Mai 2016 daraufhin reagiert: die Konzessionen zur Goldförderung laufen zum Ende 2016 aus. Die Firma AKARA RESOURCES, eine Tochter der Firma KINGSGATE aus Australien, fördert zur Zeit noch Gold in PHICHIT, PHITSANALOK und PHETCABUN. FĂŒr alle circa eintausend Mitarbeiter werden neue Arbeitsstellen gesucht.


LONG NECKS

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Long Necks in ihren Dörfern besichtigen, Elefanten Camps, Tiger Kingdom, AbenteuerausflĂŒge, Dsungeltrekking, Rafting und Eagle Flights - das sind die Hight Lights fĂŒr die meisten jĂŒngeren Touristen. Also muss der Nordthailand Reporter auch darĂŒber jeweils berichten. Mit Long Necks werden Frauen der Karen, einem Bergvölkerstamm (Hill Tribes) beschrieben. Warum Long Necks? In der Tat haben diese Frauen lange HĂ€lse, bedingt durch goldfarbene Metallringe, die ihnen von klein auf angelegt werden. Der Tourist kann solche Ringe auch kaufen; sie haben wahrlich Einiges an Gewicht. Die Schultern werden durch das Gewicht der Ringe herunter gedrĂŒckt, wodurch die HĂ€lse lĂ€nger werden. Lebenslang mĂŒssen die Frauen die Ringe tragen, denn die Nackenmuskulatur ist nicht mehr krĂ€ftig genug, um den Kopf zu halten.
Von Chaing Mai aus werden regelmĂ€ĂŸig Touren in die Dörfer der Bergvölker angeboten, aber auch, noch marketinggerechter, hat man in einem großen Elefanten Camp gleich ein kĂŒnstliches Dorf angegliedert, wo der Tourist entsprechende Fotos machen und handwerkliche Souvenirs kaufen kann. Auch in Chiang Mai gibt es Verkaufsausstellungen, auf welchen Kunsthandwerk dargeboten wird. Auch dort sind die Long Neck Frauen des öfteren prĂ€sent.
Wie auf dem Foto zu sehen, sind die Frauen zum Teil seltsam geschminkt. Das ist keine Kriegsbemalung, sondern der aufgetragene Puder soll gegen die brennende Sonne schĂŒtzen.


TEEPLANTAGEN BEI MAE SALONG

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Die abgelegene Grenzregion um den kleinen Ort Mae Salong in den Bergen im Chiang Rai Distrikt war bis in die 1980 iger Jahre unsicheres Gebiet. Nach dem 2. Weltkrieg flohen chinesische Kuomintang Soldaten in RegimentsstĂ€rke mit ihren Angehörigen vor der Roten (chinesischen) Armee. Sie setzten sich mit Duldung des thailĂ€ndischen Staates in dieser Region fest, die von Hill Tribes besiedelt war und noch ist. Die Nationalchinesen waren willkommen in der Abwehr kommunistischer Guerilla VerbĂ€nde und finanzierten sich durchaus auch selbst durch DrogengeschĂ€fte. WĂ€hrend des Vietnamkrieges bis in die 1970 iger Jahre nahm international der Drogenkonsum zu; bis in die 1980 iger Jahre war die Nordregion eine der grĂ¶ĂŸten Opium- und Heroinversorger weltweit. NĂ€heres hierzu siehe in meiner Reihe SECURITY.
Zwar sieht der Besucher im Ort immer noch viele chinesische Zeichen und Lampions, jedoch ist der vorwiegende Anteil der Bevölkerung ethnisch den Hill Tribes zuzuordnen.
Gefördert als Kings Project mit wissenschaftlicher UnterstĂŒtzung wurden hochwertige Oolong Teesorten aus Formosa ( Nationalchina ) fĂŒr den optimalen Anbau getestet. Mittlerweile, neben Obst- und GemĂŒseanbau, konnten der lokalen Bevölkerung unter anderem auch mit der Teeproduktion ausreichende Einkommen gesichert werden. Bescheidenen Wohlstand bringt zusĂ€tzlich der Wochenendtourismus im Winter. Keinen Wintersport, keinen Schnee gibt es, sondern immer noch um die 30 Grad Celsius tagsĂŒber, bei sehr viel kĂŒhleren NĂ€chten.
Der Besuch der mÀchtigen GedenkstÀtte der beliebten Königsmutter, die aus der Nordregion stammte, die Sicht auf Teeplantagen und das Aufsuchen der vielen TeelÀden mit Verkosten unterschiedlichster Teesorten sowie ein lokales Fest sind die kleinen Attraktionen.
Ich habe fast alle Teesorten durchprobiert und etliche Sorten gekauft. Die Teepackungen werden in Vakuumfolien eingeschweißt, so ist der Tee lange Zeit aromatisch und bestens transportabel; die Packungen können nicht so leicht beschĂ€digt werden. Ein wirklicher Hochgenuß ist somit möglich, ĂŒber lange Zeit auch noch zuhause.
Abends gab es, mit Übersetzung, ein Interview mit einer alten Dame, fast neunzig Jahre alt, die von den AnfĂ€ngen des Teeanbaus berichten konnte.
Ein Deutscher kauft direkt vom Erzeuger die hochwertigen Thailand Tees und bietet sie ĂŒber einen online Handel (www.siamtee.de) auch in Deutschland an. Lesenswert und lehrreich sind seine bebilderten Reportagen ĂŒber Mae Salong.

Link-, Medien- und Literaturverweise:
www.siamtee.de